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Moralischer Umgang mit Photoshop

Moralischer Umgang mit Photoshop

Adobe Photoshop, ein Bildbearbeitungsprogramm mit unbegrenzten Möglichkeiten. Ist der Umgang mit so einer Software moralisch in Ordnung?

Pickel hier, Gesichtsfalten dort und noch schnell die Augenringe weg. Und im Ernstfall nehmen wir eben ganze Personen oder Gegenstände aus dem Bild. Oder gleich noch viel heikler: Fügen diese ins Bild ein. Alles ganz einfach. Dank Photoshop.

Denkt man einmal kritisch über diese Software nach, so kann man sich durchaus die Frage stellen, warum wird Photoshop überhaupt eingesetzt und können diese Werte moralisch vertreten werden?

Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen, aber auch wie wir Photoshop bei der pws_agency einsetzen.

Warum nicht einfach ohne Photoshop?

Dazu braucht es an dieser Stelle vorab einen kleinen technischen Ausflug, der mit Sicherheit für viele sehr interessant ist, da ich einige Phänomene der Digitalfotografie erklären werde.

Wusstest du, dass jedes Bild, welches beispielsweise mit dem Smartphone aufgenommen wurde, bereits digital bearbeitet ist? Und das aus professioneller Sicht teilweise nur sehr, sehr mäßig und übertrieben? Auch jedes JPEG aus deiner Digitalkamera ist ein bearbeitetes Bild. Um das zu verstehen, müssen wir uns kurz einen Überblick verschaffen, wie ein digitales Bild entsteht:

An der Stelle, an der früher ein Film belichtet wurde, sitzt heutzutage ein digitaler Sensor mit einer bestimmten Anzahl an Pixeln. Diese einzelnen Pixel werden belichtet, sobald der Verschluss der Kamera geöffnet wird.

Früher war der Film für bestimmte Farbanpassungen, die ISO, die Körnung und vieles mehr verantwortlich. Viele Retro-Filter oder Vintage-Filter, die wir heute vor allem aus den sozialen Medien kennen, nutzen diese Anpassungen. Wir lernen: Der Film bringt gewisse Gegebenheiten mit sich.

Wie funktioniert das heute?

Im Prinzip wird der Film durch einen digitalen Sensor ersetzt, welcher direkt nach der Auslösung ein sogenanntes RAW-Bild erzeugt. In diesem Bild stecken maximal viele Informationen, wie zum Beispiel der komplette Umfang für Kontrast oder Weißabgleich, d.h. diese Einstellungen sind in einer RAW-Datei noch nicht festgelegt, sondern werden erst später, zumindest im Automatikmodus, vollautomatisch verarbeitet. Nimmt man es genau, so ist jedes Bild in gewisser Weise nach dem auslösen bereits bearbeitet.

JPEG vs. RAW

Im professionellen Bereich wird diese Bearbeitung aber nicht dem Gusto der Kamera überlassen, sondern in einem sogenannten RAW-Konverter selbst festgelegt. Man nutzt hier also den Spielraum, dem einen RAW-Aufnahmen geben, möglichst sinnvoll (d.h. nicht unbedingt vollständig) aus.

JPEG

RAW

Der direkte Vergleich (JPEG vs. RAW)

Unschwer zu erkennen: Das RAW-Format kann wunderbar schwierige Lichtsituationen bewältigen. Und um dieses Potenzial voll auszunutzen brauchen wir einen RAW-Konverter, der sozusagen die Basis für Photoshop vorgibt.

Der moralische Aspekt

Aber wie sieht es eigentlich moralisch mit dem Umgang dieser Software aus? Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht, ob es überhaupt in Ordnung ist jemanden anders aussehen zu lassen? Wie denkst du über Photoshop? Ist es eine Chance? ein Treiber? Oder doch nur eine Spielerei?

Kurz und knapp beantwortet: Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Deshalb kann ich ab hier nur mehr für mich als Fotograf, Künstler und über meine Arbeitsweise bei der pws_agency sprechen.

Natürlich retuschieren wir. Pickel, Falten, Augenringe und was eben sonst noch so dazugehört oder gewünscht wird. Dabei gilt: Immer in Maßen! Es bringt uns und dem Kunden nichts, wenn wir ihn hübsch machen, sodass man ihn nicht wiedererkennt. Trotzdem werden dank veränderter Wahrnehmung schlichtweg “perfekte” Bilder erwartet. Und ja, an dieser Veränderung ist definitiv auch Photoshop schuld. Dabei sehe ich persönlich diese Veränderung als sehr kritisch an. Andererseits existierte dieses Problem teilweise auch schon vorher. Stars und Sternchen wurden früher eben nicht nur retuschiert (Du wärst verwundert, wenn du wüsstest, wie lange man schon an Bildern tricksen kann), sondern (noch mehr) geschminkt, kaschierende Haltungen und Hintergründe eingesetzt. Ist das dann auch bereits Schwindel? Oder einfach nur geschickt fotografiert?

Fakt: Wenn Personen sich fotografieren lassen, wollen Sie möglichst gut aussehen.

Und genau dort setzen wir an! Unser Credo lautet: Temporäre Unreinheiten, wie Pickel, Augenringe, Kratzer, usw. dürfen WEG! Und zwar ausnahmslos. Außerdem werden Bärte aufgefüllt, Augenbrauen verdichtet usw. Schließlich veröffentlichen unsere Kunden unsere Bilder oftmals mit mehreren 1000 Views und dabei sollen Sie sich gutaussehend und wohl fühlen. Wenn wir hier und da nachhelfen können, so ist das völlig in Ordnung!

Mein moralischer Ansatz im Umgang mit Photoshop:

Nicht verfälschen, nur korrigieren!

Kannst du den Unterschied erkennen? Das Bild wurde glatter und sanfter und wirkt somit sehr viel ausgeglichener.

Genau das ist mein Ziel: Bilder tauglich für Werbeaktionen oder Webauftritte machen.

Abschließende Worte

Photoshop ist in vielen Punkten einfach nur unfassbar praktisch und dabei noch nicht einmal moralisch verwerflich. Fusseln und Staub entfernen, T-Shirts entknittern, Produkte digital abstauben, Bilder zuschneiden, Farbhamonien anpassen, Collagen erstellen, und und und. Auch einfache Videos oder eindrucksvolle Grafiken können damit erstellt werden.

Ich denke, abschließend gibt es für mich noch zu sagen, dass die Software Photoshop in den meisten Fällen von den meisten Anwendern durchaus sinnvoll eingesetzt wird. Und dann gibt es eben noch einen kleinen Teil, der kritisch betrachtet werden will. Und schlussendlich hat der Kunde noch das letzte Wort. 😉

Abschließend noch ein Video (nicht von uns erstellt) um dir die unfassbaren Möglichkeiten von Photoshop aufzeigen. Viel Spaß dabei!

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Karlheinz Mertes
https://www.fotografie-mertes.de
Autodidakt seit über sieben Jahren, seit fünf Jahren selbstständiger Fotograf mit Spezialisierung auf die Werbebranche. Und seit Beginn an stolzer Partner und Unterstützer der pws_agency.